Grundschule Prüfening

Pädagogisches Reiten

Neue Erfahrungen auf den Rücken von „Monito“, „Napoleon“, „Juanito“ & Co

 

 

Schule mal anders: Ein ungewöhnliches Projekt der Ganztagsklasse 4g

 

„Hey, kommst du nun?“ Energisch zieht Lukas den großen Schecken „Napoleon“ von den Grasbüscheln weg und steuert den Putzplatz an, wo seine Klassenkameraden mit noch drei Pferden bereits warten. Es ist Dienstag, 9.30 Uhr und die Kinder der Klasse 4g drücken nicht wie sonst die Schulbank, sondern befinden sich an einem „außerschulischen Lernort“.

Am idyllisch gelegenen Reiterhof der Familie Aigner, in Gensleiten, Landkreis Rottal-Inn, verbringen die Schüler 3 Tage und erweitern ihre bereits theoretisch erworbenen Kenntnisse punkto Pferd. Im Rahmen des Projektes „Pädagogisches Reiten“ geht es um viel mehr als nur um den Umgang mit dem Partner Pferd und das Erlebnis Reiten. „Die schüchternen Kinder lernen mal zuzupacken und die lebhaften müssen einen Gang runterschalten“, erklärt Frau Aigner, Reitlehrerin, Pferdefachwirtin und Eigentümerin des Reiterhofes. Ziel des Projekts ist es u. a. Durchsetzungsvermögen, in gleichem Maße wie Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme zu stärken. Darüber hinaus werden im Umgang mit den Vierbeinern auch die Klassengemeinschaft, Teamfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit verbessert.

Ebenso beschäftigen sich die Kinder auf dem Reiterhof laut ihrer Lehrerin Frau Meisinger mit Rechenaufgaben über Tierarzt, Hufschmied und Futter, Fragen zu Texte über Pferde, Steckbriefe über Pferderassen, Redensarten rund ums Pferd usw. und sind dadurch auch schulisch stark gefordert.

Mittlerweile steht „Napoleon“ korrekt angebunden am Putzplatz und wird von seiner Dreckkruste, die er sich auf der Weide zugelegt hat, befreit. Heute sind die Jungs mit der Pferdepflege dran und die Mädchen haben verschiedene Beobachtungsaufgaben, die sie in ihren Projektmappen notieren. Nach tatkräftiger Unterstützung der Lehrerinnen beim Satteln und Hufe auskratzen, können endlich alle Teams Richtung Reitplatz starten. „Reiten ist nicht so einfach wie es ausschaut“, stellt Selina fest. „Man braucht volle Konzentration, sonst hören die Pferde nicht und gehen fressen.“ Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, wenn es darum geht einen Geschicklichkeitsparcours aus Stangen, Pylonen und Tonnen mit dem Pferd zu bewältigen, den eine andere Gruppe aufgebaut hat. Am letzten Tag dürfen alle zum ersten Mal ausreiten. Der Abschied fällt den Schülern und auch Lehrerinnen schwer. „Das waren tolle Erfahrungen“ sind sich alle einig. Die Klasse 4g und ihre Klassenlehrerin Frau Meisinger bedanken sich herzlich bei allen Unterstützern dieses Projektes.

Fotos: S. Meisinger
Text: S. Meisinger